Verwaltungsgemeinschaft Marktheidenfeld
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Chronik der Gemeinde Hafenlohr

Der Name des Ortes an der Mündung des gleichnamigen Spessartbaches entspringt dem altgermanischen Wortstamm "Lara" und stand ursprünglich für einen natürlichen Weideplatz. Die Gemeindemark war bereits Ende des 8. Jahrhunderts im Besitz der Benediktinerabtei Neustadt am Main, gehörte aber etwa seit Mitte des 12. Jahrhunderts dem Rienecker Grafenhaus, bis das Lehen nach dem Aussterben der Linie Rieneck-Rothenfels 1333 an das Hochstift Würzburg zurückfiel. Zum Unterschied gegenüber dem mainaufwärts liegenden älteren "Oberlohr" (= Lohr) wird "Nieder Lohr" am 1. Mai 1324 erwähnt. Damals drehte es sich in einem Vertrag zwischen dem fuldaischen Kloster Holzkirchen, das die am jenseitigen Flußufer errichtete Propstei Mattenstatt besaß, und dem Kloster Neustadt um "ein Viertteil der Fähre". Der Name "Haffenen Lohr" taucht am 2. Oktober 1376 in einem Vertrag zwischen Würzburg und Wertheim auf "Die leibeigenen Leute betreffend". Das gewiß uralte Hafnerhandwerk, die Töpferei, hängt mit den ausgezeichneten Tonerdenfunden am südlichen Fuße des "Achtelsberges" zusammen, vergleichbar mit jenen bei Klingenberg und Damm bei Aschaffenburg. Der frühere Klosterhof, zuletzt 1727/29 von Abt Bernardus Krieg prachtvoll umgestaltet, kam durch die Säkularisation (1803) in die Hände der Fürsten Löwenstein - Wertheim - Rosenberg.

Einen beträchtlichen wirtschaftlichen Sektor bildet neben den zahlreichen Handwerksbetrieben der Gemeindewald mit 230 Hektar Gesamtfläche. Dieser gepflegte Mischwald lockt wissbegierige Forstleute ebenso an, wie erholungsbedürftige Fremde und Einheimische.

Am 1.1.1974 wurde die Gemeinde Windheim nach Hafenlohr eingemeindet. Der Name des Ortes Windheim leitet sich ab vom Althochdeutschen wunne, wunni = Weide und unterstützt so die Namenserklärung von Hafenlohr, dessen Name von Lara = Weideplatz herkommt.

Es wird angenommen, daß Windheim ums Jahr 1000 aus Höfen des nahegelegenen Benediktinerklosters Neustadt am Main entstand. Erste urkundliche Erwähnung Windheims erfolgte im Jahre 1342. Da ist von einem Heinrich Windawe (Windau) die Rede. Der Name Windheim entwickelte sich im Lauf der Jahrhunderte von Wyndawe über Wintheimb, Windheimb zu Windheim. Der Ort Windheim gehörte ursprünglich mit den Orten Bergrothenfels, Rothenfels und Zimmern zur Bürgschaft Rothenfels. 1822 schied Windheim aus dem Bürgerschaftsverband Rothenfels aus, in dessen Rat es stets einen Senator gestellt hatte, und blieb über 150 Jahre selbständige Gemeinde. Eine überwältigende Mehrheit der Windheimer Bürger sprach sich aus eigener Initiative 1973 im Zuge der Gemeindereform für eine Fusion mit der Gemeinde Hafenlohr aus. Windheim brachte in die Gemeinde Hafenlohr 348 ha Gemarkungsfläche, hiervon 125,3 ha Gemeindewald ein.