Verwaltungsgemeinschaft Marktheidenfeld
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Chronik des Marktes Karbach

Kurzer geschichtlicher Rückblick und Kurzbeschreibung des Marktes Karbach

Der Ursprung Karbachs, nach dem gleichnamigen Bach benannt, geht bis ins Dunkel der Vorgeschichte hinein. Die Vorsilbe »Kar« bedeutet Schüssel oder Mulde, so dass das Tal eine Bezeichnung von der schüssel- oder muldenförmigen Lage zwischen dem Hügel von Billingshausen bis Zimmern hat.

Geschichtlich wird Karbach erstmals in einer Urkunde aus der Zeit des Abtes Sturmius zu Fulda +779 genannt, wonach Graf Gerhild seine Güter zu »Carabach« neben anderen benachbarten Orten dem Kloster Fulda übergibt. In enger Beziehung stand Karbach zum Kloster Neustadt am Main. Im Mittelalter hatte das Dorf und seine Bewohner viel unter Pest, Hunger und Kriegsnöten zu leiden. Im Bauernkrieg 1525 machten zwar die Karbacher gemeinsame Sache mit dem aufrührerischen Volk gegen Rothenfels, zu dessen Bezirk Karbach gehörte, kamen dann aber bei der Unterwerfung unter Würzburg zu noch härteren Belastungen als zuvor. Im Dreißigjährigen Krieg 1618 bis 1648 verursachten Schweden und Franzosen in der Gemeinde große Schäden. Im Jahre 1796 wurde Karbach bei einem Franzoseneinfall im Zuge der napoleonischen Kriege durch Plünderung und Erschießung der Einwohner besonders schwer getroffen. Durch die Rheinbundakte vom 12. Juni 1806 kam Karbach an das Großherzogtum Baden, Landesamt Wertheim, und wurde erst 1819 durch Staatsvertrag von Österreich übernommen und an die Krone von Bayern übergeben. (Auszug aus "Karbach im Spiegel seiner 1200jährigen Geschichte" von Professor Dr. Dr. Josef Hasenfuß).

Danach folgte eine Phase der friedlichen Entwicklung, die erst durch den 1. Weltkrieg unterbrochen wurde. Karbach hatte in diesem Krieg 39 Gefallene, im 2. Weltkrieg insgesamt 110 Gefallene und Vermisste zu beklagen.

Seit dem 2. Weltkrieg ist auch in Karbach eine stetige Aufwärtsentwicklung zur verzeichnen. Wesentlich hat dazu in den letzten 15 Jahren die Dorferneuerung beigetragen. Mit diesem Instrument konnten die größten Probleme leerstehender Bausubstanz, die durch den landwirtschaftlichen Strukturwandel entstanden sind, gelöst werden. Viele Grundstücksneueinteilungen sorgten für ein attraktives Wohnumfeld im Altort. Im ersten Bauabschnitt im Neubaugebiet Klimbach/Röderberg können bis August 2001 ca. 60 Bauplätze erschlossen werden.

Ins Gewerbegebiet "Kleine Au" konnten schon einige ortsansässige Betriebe aussiedeln und erweitern. Insgesamt stehen noch ca. 4 ha. Gewerbefläche zur kurzfristigen Erschließung bereit.

Karbach ist nicht zuletzt durch seine reizvolle landschaftliche Umgebung, einem lebhaften und erfolgreichen Vereinsleben, eigenem Kindergarten und eigener Grund- und Teilhauptschule ein interessanter Wohnstandort für Jung und Alt. Ein steigendes Arbeitsplatzangebot in der nur drei Kilometer entfernten Schul- und Einkaufsstadt Marktheidenfeld verstärkt diese Entwicklung.